Etwa 250 Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Institutionen, Feuerwehr, Verwaltung sowie der demokratischen Parteien waren der Einladung gefolgt; darunter auch Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung. Beatrix Wieczorek, Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Unna und zugleich Fraktionsvorsitzende der CDU im Rat der Stadt, begrüßte die Gäste und stellte in ihrer Rede den Gedanken des Neuanfangs in den Mittelpunkt. Demokratie lebe davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und sich einbringen – in der Politik ebenso wie im Ehrenamt. Gerade Unna sei geprägt von einem starken bürgerschaftlichen Engagement, das die Stadt zusammenhalte und lebenswert gestalte. Sie erinnerte an Konrad Adenauer, dessen 150. Geburtstag die CDU im Jahr 2026 begeht. Seine Positionen hätten leider heute wieder an Aktualität gewonnen: „Ein Blick in die Vergangenheit hat nur Sinn, wenn er der Zukunft dient.“ Es sei wieder hochaktuell, aus der Vergangenheit zu lernen um für die Zukunft Verantwortung zu übernehmen. Wieczorek warb dafür, Herausforderungen nicht vom Sofa aus zu kommentieren, sondern aktiv mitzugestalten. Nur echtes Interesse und Engagement verändere etwas – in Vereinen, Kirchengemeinden, Initiativen und auch in den politischen Parteien. Inhaltlich benannte sie die Schwerpunkte der kommenden Ratsperiode: An erster Stelle stehe das Thema Wohnen und Bauen, um neuen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Daneben nannte sie die Stärkung von Teilhabe – für Familien, Menschen mit Einschränkungen und eine wachsende Zahl älterer Bürgerinnen und Bürger – sowie den weiteren Ausbau der Digitalisierung in Verwaltung und Bürgerservice.
„Wo es keine absoluten Mehrheiten gibt, braucht es Kompromisse. Entscheidend ist, dass wir das Verbindende suchen und respektvoll miteinander umgehen“, so Wieczorek. Mit Blick auf die neue Zusammensetzung des Rates machte sie deutlich, dass nun auch politische Kräfte vertreten seien, deren Werteverständnis nicht selbstverständlich mit dem der demokratischen Mitte übereinstimme. Wer einer Partei beitrete, lege damit seine Grundhaltung offen. Dies dürfe nicht vergessen werden, auch wenn es nicht bei jeder Entscheidung im Rat eine prominente Rolle spiele. Auch die weltpolitische Lage ließ Wieczorek nicht unberührt. Frieden, Freiheit und demokratische Werte seien längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso wichtiger sei es, diese Grundhaltungen im eigenen Umfeld zu leben – im respektvollen Miteinander, in der sachlichen Auseinandersetzung und im gemeinsamen Einsatz für die Stadt. Auch Bürgermeister Dirk Wigant richtete ein Grußwort an die Anwesenden. Er betonte, dass Unna nur dann vorankomme, wenn alle demokratischen Kräfte – trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen – an einem Strang ziehen. Zusammenarbeit und gegenseitiger Respekt seien die Grundlage für eine gute Entwicklung der Stadt. Der Neujahrsempfang bot im Anschluss Gelegenheit zu Gesprächen und Austausch in entspannter Atmosphäre – ein gelungener Auftakt in das politische Jahr 2026.